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Das Foto entstand für die Aquapower-Expedition. © Pierre Bouras

Dr. Frauke Bagusche ist Meeresbiologin. Sie studierte Biologie in Frankfurt am Main, forschte an den Universitäten in Wien und Paris-Sud an Meeresorganismen und promovierte in England über die Auswirkungen des Klimawandels auf marine kalkbildende Organismen. Auf den Malediven leitete sie zwei meeresbiologische Stationen und arbeitete als professionelle Tauchsportlerin, zeitweise auch als Tauchguide, in Ägypten. Mit der Aquapower-Expedition segelte sie 9.500 km von der Karibik durch den Atlantik ins Mittelmeer, um auf die Plastikverschmutzung der Ozeane aufmerksam zu machen.

Derzeit arbeitet sie als freiberufliche Dozentin und Buchautorin in Deutschland. Mit Vorträgen und Schulungen informiert sie Schüler*innen, Lehrer*innen und andere Interessierte zu Themen wie Meeresverschmutzung und Klimawandel. Zudem arbeitet sie an ihrem Buch über das Meer, mit welchem sie Menschen für das Meer begeistern und für Themen wie die Vermüllung durch Plastik sensibilisieren möchte.

Drei Fragen an Dr. Frauke Bagusche

Was haben Sie bei KursWechsel von den Schüler*innen gelernt?

Ich finde es bewundernswert, dass sich die Schüler*innen mit Enthusiasmus und Willensstärke den Problemen stellen, die vorangegangene Generationen zu verantworten haben. Es bedarf viel Selbstbewusstsein und Courage den eigenen Lehrern einen Lehrplan vorzustellen und diese Ideen auch zu rechtfertigen. Die Schüler*innen sind ein gutes Beispiel dafür, dass Veränderungen stattfinden können, wenn der Wille und der Mut dazu vorhanden sind.

Welchen Schritt wünschen Sie sich für einen gesellschaftlichen Kurswechsel?

Ich wünsche mir, dass sich das Prinzip der Nachhaltigkeit in den Köpfen der Menschen verankert, denn unser heutiges Handeln wird die Welt von morgen beeinflussen- im Positiven wie im Negativen. Aussagen wie „Was geht mich das Meer an?" und „Ich kann doch sowieso nichts dagegen tun" gelten nicht, denn etwas zu ändern ist einfach: Ob beim nächsten Einkauf oder der nächsten politischen Wahl, jeder einzelne hat heute die Chance ein bisschen nachhaltiger und bewusster als gestern zu leben. Natürlich kann niemand die ganze Welt alleine retten, aber alle zusammen können wir, mit kleinen und auch etwas größeren Schritten, der Natur helfen sich zu erholen und unsere Lebensgrundlage, auch für die nachfolgenden Generationen, zu sichern. 

Ihr Tipp: Was kann jede*r Einzelne zum Schutz der Meere tun?

Meeresschutz fängt zu Hause an, ob man nah am Meer wohnt oder in einem Gebirge spielt da gar keine Rolle. Jeder kann mit kleinsten Änderungen im Alltag zum Schutz der Meere beitragen: Einwegplastik wie Strohhalme, Take-Away Boxen/Becher und Plastiktüten sind nicht nur unnötig, es finden sich überall auch umweltfreundliche Alternativen. Lebensmittel wie Bananen und Gurken sind von Natur aus schon gut genug verpackt und man kann getrost auf eine zweite Verpackung aus Plastik verzichten. Der Kauf saisonaler und lokaler Obst-und Gemüsesorten auf dem Wochenmarkt schonen Klima und Geldbeutel. Kosmetika ohne Mikroplastik und andere schädliche Inhaltsstoffe richten nicht nur Schaden in der Umwelt an, sondern landen früher oder später wieder auf unserem Teller. Für diese Produkte gibt es eine Vielzahl an Alternativen, die nicht nur besser für die Gesundheit der Meere, sondern auch für unsere eigene Gesundheit sind. 

Ganz wichtig, wenn nicht sogar am Wichtigsten ist natürlich die Bildung. Ich fände es schön, wenn jeder, der um die Problematik der Meeresvermüllung durch Plastik und andere Stressoren weiss, sein/ihr Wissen an Freunde, Familie und Bekannte weiterträgt, denn so multipliziert sich nicht nur das Wissen, sondern auch der Wunsch zur Veränderung. 

Mein Lieblingszitat, das des senegalesischen Umweltschützers Baba Dioum, bringt es am Besten auf den Punkt: „Wir Menschen beschützen nur das was wir lieben. Wir lieben nur das was wir verstehen und wir verstehen nur das was uns gelehrt wird." 

Dr. Frauke Bagusche

Schule

Peter-Dewes-Gemeinschaftschule in Losheim am See

Expertise

Meeresbiologin

Spezialgebiete: Meeresschutz, Klimawandel

freiberufliche Dozentin und Buchautorin